Abteilung Kirchhofen


Auf Anregung des Großherzoglichen Bezirksamtes in Staufen wurde in Kirchhofen am 17. Februar 1865 ein Feuerwehrkorps gegründet, dem sich 81 Bürger anschlossen. Doch bereits weit früher im 16. Jahrhundert, nachdem das Dorf 1525 im Bauernkrieg verwüstet wurde, ist der Feuerschutz durch den Erlass eine Feuerlöschordnung vom damaligen Obervogt geordnet worden.
Die Dienstkleidung der Wehrmänner im Gründungsjahr bestand aus Leinenhosen und Jacken, die jeder Feuerwehrmann selbst bezahlen musste, da die Beschaffung der Helme und der übrigen Ausrüstung die Gemeindekasse bereits schwer belastete. Das Feuerwehrkorps gliederte sich in vier Abteilungen und zwar in die Spritzenmannschaft, die Rettungsmannschaft, die Arbeitsmannschaft und die Schutzmannschaft. Im Jahr 1870 wurde eine fahrbare Feuerspritze von der Fa. Grether in Freiburg zum Preis von 1.450 Gulden beschafft. Im Jahre 1876 konnte die Wehr Ihre eigene Fahne weihen, ein Schmuckstück, welches sich heute noch im Besitz der Wehr befindet.

Die Verlegung einer Wasserleitung mit 32 Hydranten im Jahr 1897 sollte fortan die Brandbekämpfung wesentlich erleichtern.

1925 konnte das auf 150 Mann angewachsene Feuerwehrkorps sein 60jähriges Jubiläum feiern.

Nach den politischen Veränderungen nach 1933 wurde die Wehr verjüngt und auf die bevorstehenden Ereignisse durch eine straffe Ausbildung vorbereitet. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden wieder ältere Bürger zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Zehn aktive Kamaraden der Wehr sind im Krieg gefallen.

Bereits im Oktober 1945 wurde die Wehr vom Bürgermeisteramt zur Abhaltung von Proben aufgefordert. Allerdings wurde die Mannschaftsstärke von der Französischen Besatzungsmacht auf 18 Mann reduziert, was die Einsatzbereitschaft wesentlich schwächte. Im Jahr 1948 konnte eine gebrauchte Lafettenspritze erworben werden, welche bis 1951 im Dienst der Wehr stand. Eine wesentliche Verbesserung der Ausrüstung der Wehr konnte durch die Beschaffung eines Löschfahrzeuges LfV8 Ford mit Metz-Aufbau und einer TS8/8 Metz-Breuer zum Preis von 24.605,55 DM im Jahr 1951 erreicht werden. Durch diese Beschaffung erreichte die Wehr wieder ihre allzeit vor dem Krieg bekannte Schlagkraft. Das neue, auch optisch ansprechende Fahrzeug war nicht zu Unrecht der besondere Stolz der meist jungen Wehrmänner. Bei vielen Einsätzen, unzähligen Proben und Wettkämpfen zur Erlangung der Leistungsabzeichen hat sich das Fahrzeug 25 Jahre voll bewährt. Die für die damalige Zeit recht großzügige Motorisierung erlaubte außerdem einen effektiven Einsatz in der Überlandhilfe.

Da die Wehren aus Ehrenstetten und Kirchhofen jeweils 1865 gegründet wurden, entschloss man sich, dass 90jährige Jubiläum im Rahmen eines Kreisfeuerwehrtages gebührend zu feiern. Über 60 Wehren aus dem Kreisgebiet kamen zusammen, um das Fest mit den Wehren zu feiern. Für die Kirchhofener Wehr stand die Übergabe einer neuen Fahne im Mittelpunkt des Jubiläums. Aufgrund des großen Erfolges dieses Festes wurde auch das 100jährige (1965) mit den Ehrenstetter Kamaraden gemeinsam gefeiert.

Mit der Beschaffung eines zusätzlichen TSFs und der Einführung des schweren Atemschutzes unter Kommandant Helmut Binninger (ab 1964) stellte sich die Wehr zunehmend auf den technischen Wandel ein. Das LfV8 Ford wurde 1974 durch ein TLF16/25 der Fa. Bachert ersetzt. 1976 wurde die Kirchhofener Wehr im Zusammenhang mit der Gemeindereform in die Feuerwehr Ehrenkirchen übernommen.

Die Abteilung wird seit 1984 von Siegfried Blattmann als Abteilungskommandant und Dirk Sawitzki, der seit 1994 als sein Stellvertreter agiert, geleitet.

Im Jahre 1999 übergab Siegfried Blattman sein Amt als Abteilungskommandant an Michael Leppert ab, der zusammen mit Dirk Sawitzki als Stellvertreter bis 2009 der Wehr vor stand.

Kommandanten ab der ersten Stunde:
1865-1886
Andreas Dierenbach
1886-1898
Viktor Binninger
1898-1934
Robert Binninger
1934-1936
Oskar Stiefvater
1936-1950
Martin Strub
1950-1962
Albert Zipfel
1962-1964
Karl Stiefvater
1964-1984
Helmut Binninger
1984-1999
Siegfried Blattmann
1999-2009
Michael Leppert
2009-heute
Jürgen Blattmann